Die Zeit hat einen sehr schönen Artikel über den Alternativmedizinforscher Edzard Ernst geschrieben. Der Professor für Alternativmedizin untersucht Heilmethoden wie die Homöopathie mit wissenschaftlichen Mitteln - und in vielen Fällen ernüchternden Ergebnissen. Homöopathie beispielsweise ist nicht besser als jeder andere wirkungslose Placebo, stellt er fest:
Er rekrutierte drei Homöopathen, um Kinder mit Asthma zu behandeln. 96 Kinder wurden aufgeteilt: Die eine Gruppe sollte ein Placebo bekommen, die andere homöopathische Globuli. Weder die Kinder noch die Eltern oder die Homöopathen wussten, welcher Gruppe ein Kind angehörte. Die Homöopathen verschrieben jedem Kind das Mittel ihrer Wahl, dann faxten sie das Rezept an eine Londoner Apotheke, die Apotheke schickte Globuli und Placebo (nur mit »A« und »B« gekennzeichnet) an den Notar, und dieser händigte – nach Abgleich mit der Liste – eines von beiden den Eltern aus.
Die Studie erfüllte den höchsten Standard der evidenzbasierten Medizin: Sie war »randomisiert«, weil die Kinder per Zufallsgenerator ausgewählt wurden, »placebokontrolliert«, weil sie die Medizin mit der Wirkung eines Placebos verglich, und sie war »doppelblind«, weil weder die Homöopathen noch die Kinder wussten, wer das Placebo und wer die mutmaßliche Medizin schluckte. Das Ergebnis war ernüchternd: Die Globuli wirkten nicht besser als das Placebo.
Wieder jemand, der darum bettelt, aus Google ausgeschlossen zu werden:
Sehr geehrter Herr Dörner,
wir sind eine Onlinemarketing Agentur aus Köln und stets auf der Suche nach Textlinkanzeigen für unsere Kunden. Wir sind über das Keyword "Auto" auf doener.blogage.de gestoßen und interessieren uns für einen Textlink in einem Artikel wie http://doener.blogage.de/entries/2009/3/23/Keynes-Comeback-To.... Gerne darf die Textlinkanzeige jedoch auch in der Sidebar oder unter einem Bericht positioniert werden.
Warum wir uns für Textlinkanzeigen interessieren: Wir betreuen mehrere Webprojekte rund um das Thema Auto. Um deren Popularität und den Bekanntheitsgrad zu steigern, möchten wir auf themenaffinen Seiten Textlinkwerbung schalten, um die Besucher dazu zu bringen, die Seiten unserer Kunden pkw.de und autotest.de zu besuchen. Da sich der Artikel mit dem Thema Autos beschäftigt, ist dies außerdem ein Mehrwert für Ihre Besucher.
Wir würden uns über eine Antwort auf diese Mail mit einem Angebot von Ihnen freuen.
Für Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Sprechen Sie mich bitte an.
Mit freundlichen Grüßen
Kathrin Rockenfeller
klickfreundlich GmbH - Wesselinger Straße 22-30 - 50999 Köln
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In den USA hat Präsident Barack Obama wie im Wahlkampf versprochen ein dringend notwendiges Thema angepackt: Die Reform des sündhaft teuren US-Gesundheitssystem.
Leider ist er bei seiner Reform nicht ehrlich und beteuert, niemand würde mehr belastet werden, auch wenn bald zusätzlich 30 Millionen Amerikaner versichert sein werden - was allerdings immer noch nicht alle sind.
Auf der Gegenseite hat die Reform "angry white men" auf die Straße getrieben, die von Paranoia getrieben die traditionellen Town Hall Meetings in den US-Städten stürmen und Obama wahlweise als Sozialist oder Faschist bezeichnen - oder gleich mit Adolf Hitler vergleichen.
Was in der hitzig geführten Debatte dies- und jenseits des Atlantiks völlig ignoriert wird, ist eines der letzten großen Tabus in unserer Gesellschaft, mit dem Europa auch noch konfrontiert werden wird: Die Begrenztheit der Ressourcen der Gesundheitsversorgung.
Die Verteilung der Ressourcen für ein Gesundheitssystem findet im wesentlichen auf zwei Ebene statt: Auf der obersten Ebene muss entschieden werden, wieviele Ressourcen eine Gesellschaft insgesamt für die Gesundheitsversorgung aufbringen will. Je weiterentwickelt die Medizin ist, desto mehr teure Therapien stehen theoretisch auch zur Verfügung.
Es muss auf dieser Ebene also - platt gesagt - entschieden werden, auf wieviele Flachbildschirme, Autos, Kühlschränke, Urlaube und Kinobesuche die Menschen zu verzichten bereit sind, um ihr Leben zu verlängern. In einer Gesellschaft mit staatlichem oder halbstaatlichem Gesundheitssystem ist das zunächst eine politische Entscheidung.
Auf der Mikroebene muss dann entschieden, wie die so der Gesundheitsversorgung zugeteilten Ressourcen zwischen den Mitgliedern des Gesundeitssystem aufgeteilt werden - und wer überhaupt alles Nutznießer der Gesundheitsleistungen sein kann.
Es mag vielen nicht behagen, dass der Staat somit indirekt über Leben und Tod seiner Bürger entscheidet - die von Sarah Palin angestoßene Angstdebatte über "Death Panels" zeigt das nur allzu deutlich. De facto entscheidet der Staat aber jeden Tag über Leben und Tod seiner Bürger, auch wenn das im Alltag nicht so augenfällig ist.
Der Staat hat jeden Tag die Möglichkeit, Leben zu verlängern, weil er über die Verteilung enormer Ressourcen entscheidet: Wie viele Menschenleben würden wohl in den nächsten 20 Jahren gerettet, gäbe es in Deutschland ein Tempolimit auf Autobahnen? Wie viele Kinder würden länger leben, würde der Staat gesundes Essen in der Schule fördern? Viele Hartz-IV-Empfänger würden länger leben, stünde ihnen mehr Geld für eine gesunde Ernährung und Teilnahme am kulturellen Leben zur Verfügung?
Die Rechnung, wie viele Menschenleben gerettet würden, wenn der Staat seine sündhaft teure Terrorabwehr (Tote durch Terrorismus in Deutschland in den letzten Jahren: 0) beispielsweise in Maßnahmen gegen Heiz-Kreislauf-Erkrankungen investieren würde, will ich an dieser Stelle gar nicht aufmachen.
Auch auf Mikroebene werden Ressourcen, die Leben retten sollen, übrigens häufig fehlallokiert, weil Gefahren und/oder die Effektivität von Maßnahmen gegen die Gefahren falsch eingeschätzt werden. Nur eines von vielen Beispielen dafür sind Kindersitze, deren Nutzen zumindest für Kinder über 2 Jahren mehr als zweifelhaft ist.
Als kleine Ergänzung zu meinem Beitrag "Die Rente ist sicher": Von Befürwortern der kapitalgedeckten Rente wird häufig der demographische Faktor als Argument ins Feld geführt. Natürlich gibt es diesen demographischen Faktor, die Bevölkerungspyramide verschlankt sich nach unten hin, die Spitze wird breiter. Oder wie Oswald Metzger kürzlich bei Anne Will zum Besten gab: "Unser Hauptproblem ist doch die Längerlebigkeit!".
Eine kapitalgedeckte Rentenversicheurng ist jedoch nicht der einzige Ausweg aus dem Dilemma der "überalterten Gesellschaft", wie sie von privaten Versicherungslobbyisten gerne beschworen wird. In einer Zeit, in der ein immer höherer Anteil des volkswirtschaftlichen Einkommens nicht mehr über Arbeits-, sondern über Kapitaleinkünfte erwirtschaftet wird, ist es meiner Ansicht nach nur gerecht endlich auch Kapitaleinkommen an der Finanzierung einer solidarisch organisierten Rentenversicherung zu beteiligen. Ein Ausweg aus der Krise der deutschen Rentenversicherung, die den Faktor Arbeit derzeit stark belastet, wäre das Schweizer Modell der Bürgerpflichtversicherung.