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Kaum etwas hat große Teil der aktiven Internetnutzerschaft so aufgewühlt wie die Vorstellung von Apples iPad. Scheint es doch auf dem ersten Blick das fortzusetzen, was sich bereits mit Facebook & Co zunehmend als Trend im Netz abzeichnet: Die zunehmende Dominanz geschlossener und kontrollierter Plattformen - fast so wie zu Zeiten von AOL & Co.

Mit dem iPad weitet Apple das iPhone-Konzept erstmals auch auf große Geräte aus: Der US-Konzern hat den Finger drauf, welche Apps auf dem Gerät laufen. Legal können Programme für das Gerät nur über den App Store erworben werden. Bei jeder App verdient Apple kräftig mit und Konkurrenzprodukte werden einfach nicht zugelassen.

Man stelle sich den Aufschrei vor, Microsoft hätte auf PCs, auf denen Windows läuft, Konkurrenzprogramme zu Office & Co einfach nicht zugelassen. Kommt also die Apple-Diktatur? Schon leuchten die Augen der Verlage, weil sie hoffen, mit dem Heilsbringer Steve Jobs sei endgültig die Freiheitsideologie des Internet am Ende und man könne jetzt endlich zum Hauptzweck des Internets, dem Geldverdienen, kommen.

Man kann das nun als paradigmatisches Ende des Internets beklagen oder als magische Revolution bejubeln. Letztlich ist das iPad nur die konsequente Fortsetzung einer technischen und wirtschaftlichen Entwicklung, die Steve Jobs selbst begonnen hat. Schließlich war schon das Betriebssystem für den ersten Macintosh ein Sakrileg, weil es mit seiner geschlossenen Struktur der "Open Access"-Ethik der Computerwelt widersprach.

Quelle: sueddeutsche.de

Die Rückkehr der Freiheit: HTML 5

Doch die feuchten Verlagsträume von einer Jobs-Diktatur, bei der sie sich wenigsten an den herunterfallenden Krümeln des großen Apple-Kuchens laben können, könnten jäh zu Ende sein: Auf dem iPad läuft ein Browser, der den neuen HMTL-Standard HTML5 unterstützen wird. Mit HTML5 ist fast alles möglich, wofür man bisher proprietäre Technologien Flash & Co brauchte - und das in einer komplett plattformunabhängigen Technologie.

Steve Jobs weiß, dass er mit Apple auf absehbare keine vergleichbare Marktdominanz wie Microsoft erreichen kann und ist in diesem Fall daher sogar ausnahmsweise ein Förderer des freie Formats. Ihm wird nachgesagt, Adobes Flash auf iPhone und iPad absichtlich zu boykottieren, um die proprietäre Technologie zu verdrängen und HTML5 zum Durchbruch zu verhelfen. Der Grund: Die Windows-Version von Flash ist der für Apple weit überlegen, weil die Entwickler wenig Ressourcen auf die alternativen Plattformen Mac und Linux verwenden. "Wann immer ein Mac abstürzt, ist es wegen Flash", soll Jobs gesagt haben.

Google verfolgt mit Chrome OS von vorne herein den HTML5-Ansatz und fordert Entwickler auf, direkt für das Web zu entwickeln. Die Daten sind überall verfügbar und der Nutzer ist - anders als bei Apps - an kein Gerät und keine Plattform gebunden.

Man sagt, Menschheitsentwicklungen vollzögen sich normalerweise in dem Tempo zwei Schritt nach vorne, einer zurück. So gesehen ist der iPad vielleicht ein Rückschritt aber nur, um den die nächsten beiden Schritte nach vorne einzuleiten.

Das ist hier sozusagen ein erweitertes Twitter-Posting, weil dafür 140 Zeichen nicht ausreichen. Es geht um den Fall der mutmaßlichen Erpressung der VZ-Netzwerke durch den 20-jährigen Matthias L., der sich in der Untersuchungshaft das Leben genommen hat. 

Was bisher wenigen aufgefallen zu sein scheint, in diesem Fall der etwas seltsame Schlingerkurs des Anwalts Ulrich Dost, der den mutmaßlichen Erpresser vertritt. Erst zitierte ihn die Nachrichtenagentur DDP mit dem Vorwurf, die VZ-Netzwerke hätten seinem Mandaten ein "Schweigegeld" geboten.

Die Original-DDP-Interview vom 3. November habe ich nicht gefunden, hier aber Auszüge aus einer längeren zusammenfassenden DDP-Nachricht vom 6. November:

Der Berliner Rechtsanwalt Ulrich Dost vertrat den 20-Jährigen bis zu dessen Tod. Der Strafverteidiger will seinen verstorbenen Mandanten nicht heroisieren, das Aufdecken von Sicherheitslücken im sozialen Netzwerk sei "sicher nicht" dessen Anliegen gewesen. Eher habe er das Einsammeln der Daten als "Just-for-Fun-Projekt gesehen", sagt Dost im ddp-Gespräch. Er sagt, dass es Hinweise darauf gebe, dass keine Erpressung vorlag, sondern das Unternehmen seinem Mandanten von sich aus ein Angebot unterbreitet hätte.

[...]

Der 20-Jährige war inzwischen direkt mit den VZ-Netzwerken in Kontakt getreten, zunächst über einen Chat. Dort erhielt er nach Angaben seines Anwalts ein erstes "unbeziffertes" Angebot vom Unternehmen. Diese räumt auf Nachfrage nur ein, dass es mit L. Gespräche gab. Ein von Dost ins Spiel gebrachtes Schweigegeld sei nicht angeboten worden.

Das ging bei den meisten Nachrichtenportalen unter, nur Meedia entdeckte die Brisanz des Vorwurfs und machte groß damit auf (Text inzwischen geändert, siehe unten). Schnell machte die Nachricht über Netzpolitik.org, Twitter & Co die Runde. Bei den VZ-Netzwerken war kurz darauf im Blog ein hartes Dementi zu lesen. Der Anwalt Ulrich Dost meldete sich daraufhin offenbar in den Kommentaren bei Meedia und behauptete, von DDP falsch zitiert worden zu sein. Man solle lieber die Pressemitteilung von der Website des Anwalts zitieren. Daraufhin schrieb einer der Meedia-Redakteure:

@Ulrich Dost,
ich habe die ddp-Zitate gegen den Wortlaut aus ihrer Pressemitteilung getauscht.

Danke & Gruß
Alexander Becker (MEEDIA)

Nun war plötzlich nichts mehr vom Vorwurf des Bestechungsgeldes zu lesen, lediglich die Erpressung seitens des Mandaten wurde bestritten.

Am 7. Novemver zitiert Spiegel Online dann aus einem Chat-Protokoll, das den zuvor noch von Dost dementierten Vorwurf auf den ersten Blick zu stützen scheint - zumindest interpretiert Spiegel Online das Protokoll in der raugeschickten Pressemitteilung so und sämtliche Medien übernehmen diese Interpretation. Schnell ändert Dost wieder seine Meinung, bestätigt das Chat-Protokoll als echt und unterstreicht seinen zuvor dementierten Vorwurf der versuchten Bestechung.

Gegenüber der FAZ wird der Anwalt nun sogar noch deutlicher:

„Zu keinem Zeitpunkt haben wir dem Tatverdächtigen ein Zahlungsangebot oder gar Schweigegeldangebot für die entsprechenden Daten oder den Crawler unterbreitet“, lässt sich der Geschäftsführer der VZ-Netzwerke Markus Berger-de Léon zitieren. Der Anwalt Dost reagiert drastisch. Diese Stellungnahme sei „gelogen und entspricht nicht den Tatsachen“, sagte er dieser Zeitung – das ergebe sich jedenfalls aus den Ermittlungsakten.

Sicherlich dürfte hier die Interpretation der Medien eine große Rolle spielen, die das Chat-Protokoll fast einhellig als Beweis für den Bestechungs-Vorwurf interpretierten. Ganz so eindeutig ist die Sachlage aber bei weitem nicht. Was einer der VZ-Mitarbeiter wörtlich laut dem Chat-Protokoll offenbar geschrieben hat, ist Folgendes:

"du - und andere können bei uns rumhacken wie sie wollen. ich bezahl euch sogar gerne dafür!" Unter einer Bedingung: "wenn ich jemanden dafür bezahle, möchte ich, dass das nicht public wird".

Dieses eher flapsig hingeschriebene Satz, der aus einem langen Chat herausgestellt wird, kann durchaus auch anders interpretiert werden: Die VZ-Netzwerke bezahlen Hacker für das Aufspüren von Sicherheitslücken (wie im übrigen alle großen Websites) - aber wenn im Rahmen einer solchen Sicherheitsüberprüfung Lücken aufgedeckt werden, dann dürfen diese natürlich nicht publik werden, das ist Teil des Vertrags.

Was hier allgemein als Bestechung interpretiert wird, könnte man bei freundlicherer Betrachtung auch als Job-Angebot lesen - nicht wenige Hacker sind auf diese Weise von "Back Hats" zu "White Hats" geworden.

Wissen Sie, was ein Google Doodle ist? So werden die zahlreichen Logo-Abwandlungen des Suchmaschinenriesens bezeichnet, die zu speziellen Anlässen auf der Google-Startseite angezeigt werden. Mit dem neuesten Google Doodle gibt das US-Unternehmen aber im wahrsten Sinne des Wortes Rätsel auf.

DÜSSELDORF. Google Doodles gab es schon viele. Einige davon zeigt Google auf einer Spezialseite. Am 29. Mai ersetzte Google beispielsweise das "G" aus dem Logo durch ein Seil und zeigte zwei Bergsteiger. Anlass war der Jahrestag der Erstbesteigung des Mount Everest. Ähnliche Google Doodles gab es beispielsweise anlässlich des Jahrestags des Mauerfalls oder zu Ehren bestimmter Personen an deren Geburtstag.

Nach diesem Schema kennen Google-User die Doogles bereits seit 1999. Über das neueste Google Doodle aber rätselt das Netz. Es zeigt ein Ufo, das mit der Suchanfrage "rätselhaftes Phänomen" verlinkt ist. Dabei "klaut" das Ufo dem Google-Logo das "O". Das Bild trägt den Namen "go_gle.gif" – es fehlt also auch in dem Dateinamen das "O".

Das beschäftigt natürlich zahlreiche Blogger, die genau darüber rätseln – was wiederum exakt dem Kalkül des US-Unternehmens entsprechen dürfte: Google ist wieder in aller Munde. Nicht wenige Blogger haben wahrscheinlich außerdem darauf gehofft, über den nun häufig gesuchten Begriff auch gefunden zu werden.

Die in Blogs und Foren geäußerten Spekulationen reichen von einem Hinweis auf den heutigen Geburtstag des russischen Kosmonauten Andrijan Grigorjewitsch Nikolajew über das heute stattfindende "Exeter Ufo Festival" bis hin zum kalifornischen Autobauer Aptera, der mit Googles Hilfe ein Elektroauto auf den Markt bringen will, das optisch Ähnlichkeiten mit einem Ufo aufweist.

Bei Google Deutschland war am Samstag niemand zu erreichen, der das "rätselhafte Phänomen" hätte aufklären können. Auf dem beliebten Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlichte Google aber eine Zahlenfolge: "1.12.12 25.15.21.18 15 1.18.5 2.5.12.15.14.7 20.15 21.19" . Ersetzt man die Zahlen durch den jeweiligen Buchstaben, der an dieser Stelle des Alphabets steht, erhält man den Satz "All your O are belong to us".

Das spielt auf einen Insiderwitz unter Internetusern an, der zum Internet-Massenphänomen wurde. Der Satz "All your base are belong to us" ist eine grammatisch falsche Übersetzung aus dem japanischen Spiel "Zero Wing". Einerseits könnte der Satz "All your O are belong to us" ein Indiz dafür sein, dass das fehlende "O" der entscheidende Hinweis bei der neuesten Google-Aktion ist. Oder ist das heutige Google Doodle eine Hommage an Internet-Massenphänomene so wie es selbst inzwischen eines ist?

Vielleicht hoffen die zahlreichen Blogger aber auch vergeblich auf die erlösende Nachricht aus Mountain View, die das Rätsel endlich aufklärt. Vielleicht ist es genau das, worauf Google mit seiner neuesten Aktion aufmerksam machen will: Dass es auch heute immer noch Dinge gibt, für die es keine Erklärung gibt. So wie das neuste Google Doodle.

Update vom 6. September: Auf dem offiziellen Unternehmensblog von Google Korea fand sich am Sonntag der Hinweis, dass sich bei der Aktion um ein dreiteiliges Rätsel handelt. Das nächste Rätsel wird Google seinen Nutzern demnach am 15. September aufgeben.

Zuerst veröffentlicht auf Handelsblatt.com. Sachdienliche Hinweise zur Aufklärung des "rätselhaften Phänomens" sind den den Kommentaren herzlich willkommen.

Viele aus meiner Generation reagieren mit Verwunderung, wenn die derzeit in Politik und Medien Etablierten über das Internet reden. "Internetausdrucker" werden sie hämisch genannt, weil sie - wie manch Spitzepolitiker schon offen zugab - das Netz nicht selbst erkunden, sondern es sich relevante Inhalte von der Sekretärin ausdrucken lassen.

Dass solchen Leuten Zweck und Wesen des Netzes gänzlich verschlossen bleibt, kann eigentlich nicht verwundern. Dass sie nicht begreifen können, dass das Prinzip und Wesen von Computern und Computer-Netzwerken das Kopieren ist, dass eine Nachricht nicht gesendet, sondern kopiert wird und dass es keinen Kopier-, sondern höchstens einen Kapierschutz gibt (Andy Müller-Maguhn). Dass in einer solchen Welt die künstliche Verknappung und Monopolsierung von Wissen und Informationen in den allermeisten Fällen kein tragfähiges Geschäftsmodell mehr ist - das alles werden diese Leute, die mit Verlagen, Büchern, Schallplatten und Briefen aufgewachsen sind, überwiegend nicht mehr begreifen.

In den Augen dieser Leute werden soziale Beziehungen unwirklich ("virtuell") und Freundschaften wertlos, nur weil man über das Netz kommunuziert. So also wäre der Brieffreund oder der Anrufer auch nur durch die gewählte Kommunikationsform "virtuell".

Doch am prägendsten für das Bild und den Umgang mit dem Internet dieser Leute ist nicht das Unverständnis, sondern das, was Unverständnis und Unwissenheit immer unvermeidlich erzeugt: Die Angst.

So wie sich Platon vor der Schrift geängstigt hat, ängstigen sie sich vor dem neuen Medium, weil ihnen durch ihre Inkompetenz die Kontrolle darüber entgleitet. Weil dort etwas gewachsen ist, das chaotisch, demokratisch, unkontrollierbar und frei ist wie kein Medium davor.

Spiegel-Titel: Warum das Netz neue Regeln braucht

Wer sich ein Bild von dem Ausmaß dieser Angst machen will, schaue in den am Montag erscheinende Ausgabe des Spiegels (33/2009). Ich zitiere (S. 70):

Die Grauzonen dieser neuen Weltordnung werden vom organisierten Verbrechen genutzt. Während an der Oberfläche des digitalen Reichs tausend bunte Blumen blühen, Shopping, Chats, Schöngeistiges, wuchert im Wurzelwerk darunter ein Pilzgeflecht aus Intrigen, Täuschungen und Terror.

So sieht das Internet durch die Brille der Angst aus.

PS: Ich habe noch nicht weiter gelesen. Auf Twitter meinen viele, der Artikel würde danach differenzierter werden.

Update vom 10. August:

Wem das als WTF-Effekt nicht reicht: Im Internet sind Dinge möglich die im realen Leben niemals möglich wären. Zum Beispiel? Zum Beispiel Kinderpornografie. Ja, ernsthaft:

Flashmobs sind ja nun wahrlich nichts Neues. Aber einen so perfekt durchgeplant- und iszenierten Flashmob wie diesen hier in Stockholm anlässlich des Todes von Michael Jackson habe ich noch nicht gesehen.

Linkspam

16:09

Wie ich bereits angekündigt habe, werde ich auch weiterhin jede Link-Spam-Anfrage veröffentlichen und somit SEO-Spammer an den Pranger stellen.

Sehr geehrter Herr Dörner,


ich bin auf Ihre Website doener.blogage.de gestoßen und möchte Ihnen gerne folgenden Vorschlag machen:


Ich liefere Ihnen einen einzigartigen Text (ca. 300 Wörter) zB "Warum man ein Hotel in der Nähe haben sollte", den Sie auf Ihrer Website veröffentlichen, dafür bekommen wir zwei Links aus dem Text auf unsere Website.


Der Vorteil für Sie: Sie erweitern Ihr Angebot um themenrelevanten Text, der Ihnen auch zusätzlich Besucher bringen kann.
Ich kann auch einen Beitrag von Ihnen auf unserem Blog veröffentlichen.


Sind Sie daran interessiert?


Mit freundlichen Grüßen

Manuela Wörther

Zum Schein ging ich auf das Angebot ein, um zu erfahren, wer hinter dem versuchten Linkspam steckt:

Hallo Herr Dörner,

die beiden Links in unserem Text führen zu www.hotel-aviva.at. Im Gegenzug veröffentlichen wir gerne einen Text von Ihnen, zum Beispiel auf http://www.seminar-blog.at/, falls Sie damit einverstanden sind.

Schöne Grüße,

Wörther Manuela

Meine Antwort auf diesem Wege: Nein! Links sind natürlich wie immer Nofollow.

Linktausch ist eine Seuche. Seit Google den Markt beherrscht, wollen alle nur noch eins: Möglichst weit oben stehen. So gut wie alle Unternehmen machen inzwischen das, was laut Googles Richtlinien für Webmaster eigentlich verboten ist: Links auf das eigene Angebot kaufen und tauschen. Das nimmt erheblich Zeit in Anspruch und verfälscht Suchergebnisse.

Firmen gehen dabei auf private Website-Besitzer zu und bieten ihnen an, einen Link zu kaufen oder zu tauschen. Die sind oft ahnungslos und machen mit - schließlich haben sie ja auch was davon. Dass sie dabei gegen die durchaus sinnvollen Regeln von Google verstoßen und eine Verbannung aus dem Index riskieren, wissen sie nicht.

Die ganze Suchmaschinen-Optimierung ist für mich eine einzige - volkswirtschaftlich schädliche - Seuche. Ich weiß, dass es alle machen - aber es muss meiner Meinung nach aufhören. Weil es für alle Zeit und Geld frisst und weil es jeden vernüftigen Suchmaschinenalgorithmus derzeit unmöglich macht.

Deshalb werde ich ab jetzt konsequent jede Firma an den Pranger stellen, die mir einen Linktausch anbietet oder das Kaufen von Links. Heute erreichte mit folgende E-Mail von dem Online-Kreditportal Smava mit dem Betreff "Linktausch":

Lieber Herr Stephan Dörner,

mein Name ist Adrienne Lavales, ich bin Online Marketing Managerin bei www.smava.de und für die Kooperation mit unseren Webpartnern zuständig.
Bei meiner Internet-Recherche bin ich auf Ihre Seite www.doener.blogage.de gestoßen, die ich inhaltlich und konzeptionell sehr ansprechend finde. Da Ihre Website thematisch ganz gut zu unserem Angebot passt und wir noch Linkpartner suchen, könnten wir uns einen Linktausch mit Ihnen sehr gut vorstellen.
Wie Sie sicher wissen, spielen Linkpartnerschaften eine wesentliche Rolle für eine gute Suchmaschinenplatzierung. Wir würden also beide in gleicher Weise hiervon profitieren können.
Ihr Teil der Linkpartnerschaft würde darin bestehen, einen Link auf eine passende smava Unterseite zu setzen, der im Textbereich Ihrer Seite platziert würde. Da ein direkter Gegenlink aus SEO-Gesichtspunkten nicht optimal ist, können wir Ihnen im Gegenzug eine Verlinkung von einer unserer anderen Websites z.B. www.verbraucher-tipp.com anbieten.

Ich würde mich freuen, wenn ich Sie als Linkpartner gewinnen kann und freue mich schon sehr auf Ihre Antwort.

Herzliche Grüße,
Adrienne Lavales


Adrienne Lavales
Online Marketing Managerin
smava GmbH, Postfach 04 07 62, 10064 Berlin
Hausanschrift: Chausseestr. 5, 10115 Berlin
Tel.: +49 (30) 6174800-24
Fax: +49 (30) 6174800-11
E-Mail: adrienne.lavales@smava.net
Xing: https://www.xing.com/profile/AdrienneMercedes_Lavales
Internet: http://www.smava.de/
Blog: http://www.smava-blog.de/

Wie funktioniert smava?
Kurzvideo:
http://www.youtube.com/watch?v=c48HILTz9S8
______________________________
Geschäftsführer: Dipl.-Kfm. Alexander Artopé, Dipl.-Kfm. Eckart Vierkant
Sitz der Gesellschaft: Berlin
Handelsregister: Amtsgericht Berlin, HRB 97913

Wir spielen jetzt ein kleines Spiel.

Instructions / Anleitung:


- Grab the nearest book. / Greif Dir das nächst erreichbare Buch.

- Open it to page 56. / Schlage Seite 56 auf.

- Find the fifth sentence. / Finde den fünften Satz.

- Post the text of the sentence in your journal along with these instructions. / Veröffentliche den Text des Satzes in Deinem Blog zusammen mit dieser Anleitung.

- Don’t dig for your favorite book, the cool book, or the intellectual one: pick the CLOSEST. / Greif nicht Dein Lieblingsbuch oder ein cooles Buch oder ein intellektuelles: Nimm das, das Dir am nächsten ist.

Und hier mein Ergebnis:

Das hat den Rückgang der in der Landwirtschaft Beschäftigten zur Folge (1989 waren lediglich 7,2% und im Jahre 2001 2,8% der arabischen Arbeitskräfte in diesem Wirtschaftszweig tätig), wirkt sich prekär auf die Wohnraumsituation aus und behindert die Entwicklung wirtschaftlicher Infrastrukturen in den arabischen Gemeinden.

Puh, ein langer Satz - und ich verrate nicht, aus welchem Buch er stammt. ;) Das Buch lag direkt vor mir.

(via Stationsarzt )

Bayanoo

23:59

Es gibt Geschäftsideen, bei denen denkt man sich sofort: Genial - und sie funktionieren nicht. Und es gibt Geschäftsideen, bei denen man sich sofort denkt "Was für ein Unsinn" - und sie funktionieren doch.

Ein Startup der letztgenannten Kategorie ist für mich wer-kennt-wen.de. Die Idee erst im Jahre 2006 ein weiteres soziales Netzwerk neben StudiVZ, Facebook, Lokalisten und Xing in Deutschland aufzubauen, das sich in erster Linie durch grausame Optik und furchtbare Usability von seiner Konkurrenz absetzt, konnte ja nur schief gehen - dachte ich. Doch siehe da: Laut IVW-Zahlen kommt die Website in Deutschland auf Platz 3 bei den Visits und hat StudiVZ bei den Page Impressions fast schon überrundet.

Ein Startup mit einer innovativen Ansatz ist Bayanoo. Die Idee: Millionen Deutsche haben Handy-Verträge. Viele davon wollen aus den verschiedensten Gründen raus - zum Beisiel weil sie den Vertrag wechseln wollen oder eine Zeit im Ausland sind. Auf Bayanoo sollen verkaufswillige Handyvertrags-Besitzer und Handyvertrags-Interessenten zusammenkommen, wobei das Unternehmen 5,90 Euro für das Einstellen eines Vertrags nimmt.

Die Idee kam gut an, zahlreiche Medienauftritte folgten auf die Gründung im Jahre 2007 - sogar ein Bericht bei n-tv. Doch das alles half nichts, das Konzept floppte. Gerade einmal 250 der laut Gründer potentiell 5 Millionen Kunden nutzten die Seite, um einen Vertrag einzustellen. Der Versuch, das Unternehmen auf eBay zu verkaufen scheiterte, weil der Mindestpreis (in der Startupszene wird der Betrag von 10.000 Euro kolportiert) nicht erreicht wurde.

Das Portal wurde dennoch zu einem auch mir unbekannten Preis verkauft. Den Käufer habe ich vor ziemlich genau einem Monat auf dem O2 Hosting Event kennengelernt. Er überlegt sich derzeit, wie er das Konzept des Portals verändern kann, um es eventuell doch noch erfolgreich zu etablieren. Dabei möchte ich ihm auf diesem Wege helfen und meine Vorschläge zur Diskussion stellen.

Folgende Probleme sehe ich derzeit:

Der Name: Bayanoo. Meine Güte. Ich kann mir diesen Namen einfach nicht merken! Jedes mal gebe ich bei Google etwas ein, was so ähnlich klingt, bis mich die Suchmaschine auf die richtige Spur bringt. Bayanoo mag schick klingen, so richtig webzwonullig irgendwie - aber er ist grausam schwer zu merken - und das ist immer ein Wettbewerbsnachteil. "Ich würde so gerne meinen Vertrag loswerden" - "Moment, da hab ich doch letzten bei n-tv was gesehen, so ein Internet-Portal, wie hieß es gleich? Bay... irgendwas mit B." So bieder es klingt - aber wie wäre es beispielweise einfach mit vertrag-tauschen.de? Dafür lässt sich dann auch viel leichter werben.

Innovationsführer habens schwer: Die Idee ist sicher gut. Ich glaube, dass es viele Leute in Deutschland gibt, die ihren Handyvertrag gerne vorzeitig kündigen würden. Allein, es denkt niemand daran, dass das auch wirklich geht. Niemand wird danach googeln, so lange sich die Möglichkeit noch nicht herumgesprochen hat. Die Industrie ist groß darin, Bedürfnisse zu erschaffen, die sie dann selbst befriedigt - aber ab und zu gibt es auch schon längst vorhandene Bedürfnisse, die jemand antritt, endlich mal zu befriedigen. Nur dass muss erstmal kommuniziert werden. Werbung ist teuer. Das Beste wären natürlich zufriedene Nutzer, die Bayanoo weiterempfehlen - aber hier besteht ein Henne-Ei-Problem.

 

Bayanoo will Handy-Vertragskunden mit Vertragssuchenden zusammenbringen. Aber wer will schon einen Vertrag ohne Handy?

Das Ungleichgewicht: Schon das Startbild auf Bayanoo macht das Machtungleichgewicht zwischen Vertragsinhabern und potentiellen Übernehmern von Verträgen deutlich: Verträge loswerden wollen viele, Verträge übernehmen aber wohl so gut wie niemand.

Prepaid-Taraife wie die von Congstar sind längst viel günstiger als jeder Vertrag und zudem transparenter. Wenn irgendwer heute noch einen Handy-Vertrag abschließt, dann nur wegen des Handys. Warum sollte also jemand den Vertrag eines anderen kostenlos übernehmen? Den Handy-Vertrag-Besitzern müsste eine Möglichkeit gegeben werden, den Vertragssuchenden einen Bonus dafür zu zahlen, dass er den Vertrag übernimmt. Das muss nicht unbedingt nur Geld sein. Vielleicht gibt es ja auch etwas anderes außer dem Handy-Vertrag, das der Kunde gerne loswerden würde? Hier sollte Bayanoo flexibler werden.

Der Vorteil gegenüber herkömlichen Verträgen: Nicht jeder will unbedingt immer ein neues Handy zum Vertrag. Manch einer ist mit seinem alten ganz zufrieden. Da kann es sich lohnen, statt eines neuen Handys den Wunschvertrag für Geld zu übernehmen.

Das Monetarisierungsmodell: Das Monetarisierungsmodell ist nicht schlecht. Transaction-Modelle sind die Zukunft, sind sich zumindest viele Investoren derzeit überzeugt. 5,90 Euro als Vermittlungsprovision sind auch sicher nicht zu hoch gegriffen. Nur leider wird der Betrag bereits beim Einstellen des Vertrags fällig. Sinnvoller wäre es, zunächst niemanden abzuschrecken: Bezahlt wird nur bei Erfolg.

Das Blog: Nunja, sicher kein entscheidender Faktor - aber wenn man ein Blog auf der Seite schon so prominent bewirbt, dann sollten dort auch vernünftige Inhalte zu finden sein. Das Blog jedoch fällt gleich in mehrfacher durch Unprofessionalität auf: Die Schrift ist hässlich und schwer zu lesen, die Adresse blog.bayanoo.de sähe sicher professioneller aus als eine Blogspot-Domain und zu guter letzt fehlen einfach die Inhalte. Das ist vielleicht eine Regel, die sich Unternehmen merken sollten: Wer nicht regelmäßig etwas zu verkünden hat, sollte auch kein Blog führen - auch wenn ich mir als Mitinhaber eines Blog-Anbieters damit ins eigene Fleisch schneide. ;)

Die eine oder andere Idee hat auch schon der neue Käufer. Ich hoffe jedenfalls, dass die Idee doch noch ein Erfolg wird, denn ich halte sie grundsätzlich für gut.

Lehrbücher sind teuer - davon wissen viele finanziell gebeutelte Studenten ein Lied zu singen. Ein wirklich interessanten Ansatz, mit dem Studenten bares Geld sparen können, habe ich eben auf der Website studentensupport.de entdeckt. Ich stehe in keinerlei Verbindung zu den Machern dieser Website - bin aber von dem Konzept überzeugt.

Die Seite bietet Studenten Lehrbücher zu verschiedenen Themen wie Mathematik, VWL, BWL und Ingenieurwissenschaften zum kostenlosen PDF-Download - auch völlig ohne Anmeldung und Preisgabe der E-Mail-Adresse. Finanziert wird das über Werbeanzeigen in den eBooks. Bisher liegt der Schwerpunkt des Angebots deutlich auf den Wirtschaftswissenschaften. Ich hoffe, da kommt noch mehr.

Die Lehrbücher wurden laut Website exklusiv für stundentensupport.de von Professoren der entsprechenden Fachgebiete verfasst und sollen als Ergänzung der jeweiligen Basisliteratur im Studienfach dienen. Einen niederländischen Ableger gibt es offenbar auch schon.

Allgemein scheint mir der Trend momentan in Richtung frei über das Internet verfügbarer werbefinanzierter Inhalte zu gehen. Selbst Kinofilme auf Youtube scheinen inzwischen möglich.

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