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Das Unternehmen Xerox ist eine amerikanische Efolgsgeschichte. Die Firma wurde bereits 1906 gegründet, doch erst 1947 erfolgte der Durchbruch: Xerox stellt den ersten Fotokopierer der Welt her - und besitzt ein Patent darauf. Noch heute heißt Fotokopieren im US-Sparachraum "to xerox" - auch wenn die Fotokopierer auch dort inzwischen überwiegend von der günstigeren Konkurrenz aus Ostasien kommen.

Doch Xerox hat sich lange auf dem Konzept des Fotokopierens ausgeruht - und dabei weder die aufziehende Billig-Konkurrenz nach Auslaufen des Patents, noch die neue Art mit Dokumenten umzugehen beachtet - bedingt durch den Siegeszug der elektronischen Datenverarbeitung, dem Aufkommen von E-Mails, Word-Dateien und Scannern.

1999 verlor die Xerox-Aktie innerhalb weniger Monate zwei Drittel an Wert. Im gleichen Jahr wurden im Rahmen von Restrukturierungsmaßnahmen weltweit 9000 Arbeitsplätze abgebaut, was einer Reduktion von ca. 10 Prozent der Mitarbeiter gleichkommt. 2000 ist der Börsenkurs von Xerox in einem Zeitraum von nur einem Jahr um 90 Prozent eingebrochen. Drastische Maßnahmen wurden eingeleitet – die Ausgaben wurden um 1,2 Milliarden Dollar gekürzt und Aktien im Wert von 2,4 Milliarden Doller verkauft. Von über 93.000 Mitarbeitern im Jahr 1999 verblieben im Jahr 2003 nur noch 61.100. Auch Deutschland beschloss 2001/02 einen Sozialplan, auf dessen Basis etwa 500 Mitarbeiter in den darauf folgenden drei Jahren ihren Arbeitsplatz verloren. Später stellt die US-Börsenaufsicht SEC zudem vor, dass die Bilanzen zwischen 1997 und 1999 erheblich geschönt wurden.

(Quelle: Wikipedia)

Heute ist Xerox wieder ein gesundes Unternehmen. Neue Produkte wie der Hochleistungsdrucker iGen3 wurden eingeführt und 2004 änderte Xerox seinen Slogan. Seit dem wird die Firma mit dem Claim "The document Company" beworben. Das soll zum Asudruck bringen: Xerox, der Markenname, der in den USA "fotokopieren" bedeutet, will sich von der Einengung von diesem Gerät lösen. Statt eines einzelnen Produkts steht nun ein Geschäftsmodell im Zentrum von Xerox, das es immer geben wird: Der Umgang mit Dokumenten - in welcher Form und auf welchen Geräten diese auch immer vorhanden sein sind. Die Strategie wird konsequent verfolgt - 2009 etwa mit der Übernahme des Technologie-Dienstleisters Affiliated Computer Services für 6,4 Milliarden Dollar. 

Das Auto - der Kopierer von morgen?

Dem Auto könnte eine ähnliche Zukunft bevorstehen wie dem Kopierer. Noch können die Automobilhersteller dank der starken Nachfrage in Schwellenländern glänzen. Für die aufstrebende Mittelschicht in China, Brasilien und anderen dynamischen Volkswirtschaften ist das Auto genauso Status-Symbol wie es für die materiell geprägte Mittelschicht der USA und Europa in den 1950er und 60er Jahren war. 

Kein Zweifel, das Auto wird auch in Zukunft noch gebraucht werden. Doch ob es immer noch die zentrale Rolle spielen wird, die es heute spielt, ist nicht nur aus Umweltschutz-Gründen fragrlich. Anegsichts einer sich urbanisierenden Weltbevölkerung könnte viele vielleicht sogar überflüssig werden. Ich beispielsweise wohne zentral in Düsseldorf - und obwohl ich mir ein Auto leisten könnte, besitze ich keines und vermisse es auch nicht. Die Parkplatzsituation hier in Bilk ist auch so desaströs, dass jede Fahrt mit dem Auto eine elend lange Parkplatzsuche nach sich zieht.

Der weltweit Trend zur Urbanisierung hält an, glauben die meisten Forscher, die sich mit dem Thema beschäftigen - zum Glück. Das Leben in der Stadt macht reicher, gesünder und glücklicherschont die Umwelt und wirkt sich positiv auf die ökonomische Entwicklung aus. Große Städte bringen auch diejenigen kreativen Köpfe hervor, die und technologisch und kulturell voranbringen.

Wie können Autohersteller nun langfristig auf den Megatrends Urbanisierung reagieren? Sie können sie sich - ähnlich Xerox nach ihrem schmerzhaften Umstrukturierungsprozess - von der alleinigen Fokussierung auf das Produkt Auto lösen.

Wozu ist ein Auto gut? Derzeit erfüllt es für viele Menschen vor allem ihr Mobilitätsbedürfnis. Um das Geschäft der Autohersteller langfristig also von einem Produkt - dem Auto - zu einem Geschäftsmodell umzubauen, das den Kunden eine Problemlösung anbietet, müssen heutige Autohersteller zu Mobilitäts-Konzept-Anbietern werden. Diese bieten nicht Autos an, sondern Mobilität entsprechend den Anforderungen ihrer Kunden.

Dieses Konzept kann für viele Kunden ein Auto beinhalten - muss es aber nicht. Und dieses Auto muss auch nicht unbedingt gekauft werden. Neben dem Leasing sind auch Car-Sharing-Konzepte denkbar.

In welche Richtung ein derartiger Umbau gehen kann, macht derzeit BMW vor. Gemeinsam mit dem Autovermieter Sixt betreibt BMW den Car-Sharing-Dienst DriveNow. Autos können überall in der Stadt ausgeliehen und wieder abgestellt werden. Eine App auf dem Smartphone zeigt den Nutzern, wo sich das nächstgelegende DriveNow-Auto befindet und lotst sie dorthin. Abgerechnet wird ohne Grundgebühr und minutengenau. Der Preis ist derzeit noch so hoch, dass man sich auch gleich ein komfortableres Taxi leisten kann. Dennoch zeigen derartige Konzepte, in welche Richtung Autohersteller denken müssen, sollte der klassische Kauf eines Autos für große Teile der urbanisierten Welt nicht mehr im Mittelpunkt des Mobilitätsversprechens stehen.

Er war erst 29 Jahre alt, da bekleidete er auch schon bei Goldman Sachs den Posten des Vizepräsidenten für den Handel mit strukturierten Produkten. So war er auch Chef des Teams, das den „Abacus“ strukturierte und an die Kunden verkaufte. Sein Geschäft war das Risiko. Tourre wusste das und liebte sogar den Nervenkitzel. In einer E-Mail schrieb er im Januar 2007: „Immer mehr Leverage im System. Das ganze Gebilde wird bald zusammenbrechen ... einziger Überlebender, der fabelhafte Fab ... der in der Mitte all der komplexen, hoch geleveragten, exotischen Trades steht, die er selbst kreiert hat, ohne notwendigerweise alle Verknüpfungen dieser Monstrositäten zu verstehen!“ 

Quelle: FAS

Gegen Goldman Sachs ermittelt, wie ihr wahrscheinlich den Medien entnommen habt, die US-Börsenaufsicht SEC. Hintergrund ist genau jenes strukturierte Subprime-Produkt Namens Abacus 2007-AC1. Der Vorwurf der SEC in Kurzform: Die US-Großbank habe das Produkt im Auftrag eines Kunden - des Hedgefonds-Managers John Paulson - erstellt und dann an Goldman-Kunden verkauft. Der Hedgefonds Magnetar habe als Kenner des US-Immobilienmarktes absichtlich die schlechtesten Subprime-Kredite in dem strukturierten Produkt untergebracht - und gleichzeitig gegen den Ausfall des Papiers gewettet. Unter dem Strich verdiente Magnetar Milliarden

Goldman Sachs habe diesen Interessenkonflikt verschwiegen. Sehr schön ausführlich und verständlich erklärt findet sich das bei der FAS. Zu den Kunden, die das drittklassige Hypothekenpapier kauften - wie könnte es anders sein - zählte natürlich auch die deutsche Skandalbank IKB. Aufgedeckt hat den Skandal übrigens wieder eimal kein klassisches Medium, sondern das durch Spenden finanzierte Internet-Projekt Pro Publica, das jüngst mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde.

Wenn das, was die US-Börsenaufsicht behauptet stimmt - und derzeit spricht vieles dafür - wäre das ein Skandal. Insgesamt haben Anleger durch Abacus rund eine Milliarde Dollar verloren, rund 150 Millionen davon die staatlich gerettete IKB. Gegen den Anlagebetrug des Bernhard Madoff sind das jedoch Peanuts: Durch sein Fonzi-System entstand Anlegern ein Schaden, der mehr als fünfzig Mal so hoch ist. Dennoch veranlasst den linksliberalen britischen "Guardian" die Nachricht dazu festzustellen, nun wisse man endlich die Wahrheit: Die Finanzkrise war kein Fehler, sondern ein Betrug, schreibt das Blatt. 

Wenn es doch nur so einfach wäre. Gegen die Billionen von Kosten durch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise nimmt sich der Eine-Milliarden-Betrug sehr bescheiden aus. Meiner Meinung nach war die Finanzkrise von vorne herein systemimmanent angelegt, was ich in zahlreichen Blog-Artikeln ausgeführt habe. Und einen der Gründe offenbart "Fab" Tourre selbst in der oben zitierten E-Mail. Er sah sich als letzter Überlebender in der in der Mitte all der komplexen, hoch geleveragten, exotischen Produkte, die er selbst kreiert hat, "ohne notwendigerweise alle Verknüpfungen dieser Monstrositäten zu verstehen". Heute ist Fabrice Tourre 31 und Executive Director von Goldman Sachs in London. Die Bank hat heute den Gewinn des ersten Quartals 2010 veröffentlicht: Er stieg um 91 Prozent.

Lesetipp: Nicholas Taleb - Der Schwarze Schwan

Mehr zu Thema: Vertuschung an Wall Street - Fall Magnetar

Ich habe vor kurzem Micheal Moores Film "Capitalism - A Love Story" gesehen. Wie immer bedient sich Moore auch in diesem Film Polemik, Übertreibung, Vereinfachung und vor allem Angst. Die Hetze gegen die Wall Street erinnert teilweise an längst vergessen geglaubte Hexenpogrome: Was sie dort machen, ist böses Teufelszeug, das niemand versteht - nichtmal sie selbst, so lautet die Botschaft.

Der Film vermittelt durch manipulatives Zusammenschneiden eines Interviews den (natürlich falschen) Eindruck, selbst der Havard-Ökonom Kenneth Rogoff könne nicht erklären, was CDS (Credit Default Swap) eigentlich sind. Dabei ist es gar nicht so schwer:

Credit Default Swap (CDS)

CDS sind mit einem Satz: Versicherungen gegen Kreditausfälle. "To default" bedeutet im Englischen, einer Verpflichtung nicht nachzukommen, "Swap" bezeichnet einen Tausch. Wenn also ein Kreditnehmer einen Kredit nicht bedienen kann, geht das Risiko des Ausfalls mit einem CDS auf denjenigen über, der CDS verkauft - so weit, so einfach. Zunächst versichert man sich über den Kauf eines CDS also gegen einen Kreditausfall. Angeboten werden CDS von großen Versicherungskonzernen wie der in der Finanzkrise staatlich geretteten AIG. Banken sind sowohl Käufer als auch Verkäufer von CDS.

Nun muss man als Käufer von CDS aber nicht unbedingt auch Gläubiger sein. Bei einem CDS handelt es sich nämlich um ein Derivat. Ein Derivat ist allgemein ein auf Finanzmärkten gehandeltes Wertpapier, dessen Preis sich von anderen handelbaren Gütern ableitet (das so genannte Underlying). Im Falle von CDS ist das Underlying ein Kredit, was neben normalen Bankkrediten auch Unternehmensanleihen oder Staatsanleihen sein können. Es handelt sich daher um ein Kreditderivat.

Wie wird nun diese eigentlich recht harmlose Kreditausfallversicherung zu einem so gefürchteten Spekulationsinstrument, dass es die Bundesregierung scharfer Kontrolle unterwerfen will? CDS können wie gesagt auch gekauft werden, wenn man selbst nicht Gläubiger ist. Statt einer Ausfallversicherung handelt es sich dann um ein Spekulationsinstrument: Eine Wette auf die Pleite eines Staats oder Unternehmens. Wenn der Gläubiger seine Schulden nicht bedienen kann, kann so der Käufer eines CDS für einen Bruchteil der Kreditsumme die gesamte versicherte Kreditsumme einstreichen.

Das hat Vor- und Nachteile: Weil CDS an den Finanzmärkten transparent und öffentlich gehandelt werden, gilt es als Warnzeichen, wenn sich deren Preis verteuert. Im Zuge der Schuldenkrise Griechenlands haben sich die CDS gegen Ausfälle griechischer Staatsanleihen enorm verteuert. Auf diese Weise können auch Kreditausfallrisiken vom Finanzmarkt aufgedeckt werden, die vielen Marktteilnehmern ansonsten verborgen geblieben wären.

Die Kehrseite: Je höher der Preis von CDS gegen Ausfallsicherheiten auf dem Finanzmarkt gehandelt werden, desto schwieriger wird es für das betroffene Unternehmen oder in diesem Fall Staat, sich zu refinanzieren - also neue Kredite am Kapitalmarkt aufzunehmen. Horden von Spekulanten, die auf eine Pleite wetten, wirken sich nicht gerade positiv auf die Bonität aus.

So kann durch eine massive Wette von Spekulanten auf die Pleite eines Unternehmens oder eines Staates das betroffene Land oder Unternehmen erst in den Bankrott getrieben werden. Deshalb haben sich die Euro-Staaten auch bemüht, den Eindruck zu erwecken, im Notfall Griechenland beistehen zu wollen. Das sollte den Preis für CDS auf griechische Staatsanleihen drücken.

Die US-Notenbank Fed untersucht in diesem Zusammenhang die CDS-Geschäfte der US-Großbank Goldman Sachs - ausgerechnet der Bank also, die Griechenland einst beim Verschleiern der Schulden half, um der Euro-Zone beitreten zu können. Einem Bericht der "New York Times" zufolge sollen auch europäische Banken wie u.a. die Deutsche Bank auf eine Staatspleite Griechenlands wetten - was Lucas Zeise in der FTD lakonisch kommentierte:

Obwohl es also die Staaten sind, die die Versicherer retten, lassen sich die Versicherer Policen gegen die Pleite genau dieser Staaten gut bezahlen. Warum kaufen die Banken solche CDS? Sind sie Idioten?

Quelle: ftd.de 

Der Einfluss der CDS-Spekulanten darf aber auch nicht überbewertet werden:

Dabei schiebt man den Schwarzen Peter womöglich vorschnell den Finanzmärkten zu: „Die Theorie, die Spekulanten seien schuld, halte ich nur für sehr bedingt richtig“, sagt etwa Stefan Winter, Leiter des Investmentbankings der UBS in Deutschland. Zwar ist es unstrittig, dass so manche Investoren aus der Griechenland-Krise Profit schlagen wollen – doch vieles deutet daraufhin, dass ihr Einfluss keineswegs so groß ist, wie es populäre Verschwörungstheorien nahe legen.

Quelle: Welt.de

Die weiteren krisenverschärfenden Auswirkungen von CDS in der Finanzkrise habe ich an anderer Stelle bereits erklärt. US-Investmentlegende Warren Buffett nannte CDS durch den Domino-Effekt, den die Papiere über die enge Verzahnung von Kreditversicherungen unter Banken auslösen können, sogar finanzielle Massenvernichtungswaffen: Die Banken sichern sich gegenseitig ihre Kredite ab und gehen so immer höhere Risiken ein. Doch wenn eine Bank pleite geht, sind auch ihre Kreditversicherungen nichts mehr wert. Bei einer schweren Rezession mit entsprechendem hohen Ausfällen bei den Krediten wird so ein Institut nach dem anderen in den Abgrund gerissen.

Als Erfinderin der CDS gilt übrigens die Investmentbankerin Blythe Masters, die inzwischen als mächtigste Frau an der Wall Street gilt. Über sie schrieb die FTD kürzlich:

Das Team feiert aber auch ausgiebig. Bei einem Wochenend-Workshop in Boca Raton in Florida, wohnen sie in Villen im spanischen Stil, trinken auf Kosten der Bank, Tennisplätze und feine Sandstrände sind direkt vor der Haustür. Am Ende ist die Stimmung so gut, dass sie sich gegenseitig in Kleidern in den Pool schmeißen. 
In diesem Team entsteht das Konzept zu den CDS.
Quelle: ftd.de

Die sicherste Form eines Rentensystems bleibt trotz aller Unkenrufde immer die staatliche organisierte Umlagefinanzierung - und zwar ganz einfach deshalb, weil dieses System so lange funktioniert, wie es Menschen gibt, die Einkommen beziehen und solche, die Renten beziehen.

An dieser unerschütterlichen Wahrheit, die ich Anfang 2008 auf meinem Blog schrieb, hat sich nichts geändert. Geändert hat sich aber einiges auf dem Markt der kapitalgedeckten Alters- und Lebenversicherungen.

Die Finanzmarktkrise hat große Teile der Altersversorgung von Millionen von Menschen dahingerafft, auf dem Höhepunkt der Krise verloren die US-Pensionskassen in 15 Monaten zwei Billionen Dollar.

Und nun? Alters- und Lebensversicherer versprechen meist alles auf einmal: Üppige Renditen und volle Sicherheit auf das eingesetzte Kapital. Doch hohe Renditen gibt es für relativ sichere Wertpapiere - wie beispielsweise Staats- und Unternehmensanleihen erstklassiger Bonität - einfach nicht mehr. Auf diese sind die Versicherungen aber schon aus gesetzlichen Gründen angewiesen.

Wenn man Keynes glauben darf, wird es die hohen Renditen für sicher angelegtes Kapital auch nicht mehr geben. Im Gegenteil: Wo Kapital kein knappes Gut mehr ist, wird es ohne erhebliches Risko auch keine hohen Renditen mehr geben. So weit, so einfach. Nur die Lebensversicherer und ihre Kunden scheinen das nicht zu wissen.

Wer es allerdings offenbar weiß, ist BaFin-Chef Jochen Sanio, der als Deutschlands oberster Bankenaufseher auch für Versicherungen zuständig ist.

Die Unternehmen könnten ihren Kunden wohl schon in diesem Jahr nicht mehr so hohe Renditen zusagen, sagte der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Jochen Sanio, am Donnerstag in Frankfurt. Ihr Geschäftsmodell basiere darauf, dass es immer Kapitalanlagen mit ausreichender Rendite gebe, um die Zinsversprechen erfüllen zu können. Daran seien "angesichts des gegenwärtigen Zinsniveaus Zweifel angebracht", mahnte er.

Quelle: Handelsblatt Online

Durch die Blume gesprochen - und doch den Kern der Sache treffend.

Im Grunde ist jede PR widersinnig. Denn, worum geht es bei der PR? Um Auftragskommunikation im Sinne des Unternehmens - und letztlich darum, ein Produkt zu verkaufen. Und wie soll PR erscheinen, damit sie funktioniert? Cool, frech, alternativ, Lebensgefühle, Werte und generell alles Gute und Schöne vermittelnd.

PR funktioniert einfach nicht. Funktioniert nicht, hat nie funktioniert, wird nie funktionieren. PR ist der komische Typ, den keiner kennt und der uneingeladen auf eine Party kommt. Es ist der peinliche Onkel des Gastgebers, der unverhofft in eine bis dato lebhafte Studentenparty hereinplatzt und mit Bier in der Hand "Party!" ruft, worauf diese schlagartig zu Ende ist.

Das ist der Mechanismus von Kultur und Gegenkultur: Die Rollen sind verteilt. Das Etablierte ist uncool, die noch nicht Etablieren bauen sich eine Alternativkultur auf, bis diese zum Mainstream wird und damit die nächste Generation etwas Uncooles hat, wogegen sie wieder etwas aufbauen kann.

Es ist der ewige Lauf der Dinge - aber irgendwie wollen das PR-Strategen einfach nicht begreifen und versuchen seit Generationen jede Gegenkultur zu vereinnahmen. So auch Vodafone mit diesem Spot, bei dem unter anderem die bekannten Blogger Sascha Lobo und Schnutinger mitwirken:

wie mich das ankotzt, das echt gute musik von david bowie von irgendwelchen werbehanseln vor ihren kommerziellen kackkarren gespannt wird. wie bei queen und obi. und die deppen, die das original nicht kennen, finden es auch noch gut. armes deutschland.

Benutzer buutzemann auf Youtube

Natürlich kam der Spot in der angesprochenen "Generation Upload" nicht gut an. Darf er auch gar nicht. Schließlich wehrt sich jede Jugendkultur dagegen, uncool zu werden - und man wird halt uncool, sobald mit dem eigenen Lebensgefühl Werbung gemacht wird. Vodafone hat inzwischen auch schon auf die Kritik reagiert, natürlich betont cool.

Sascha Lobo ist damit auf dem besten Weg, in Sachen Selbstvermarktung die Heidi Klum des Online-Business zu werden.

Quelle: turi2.de

Ich gebe an dieser Stelle allen Unternehmen einen Tipp, der pures Gold wert ist: Feuert eure PR-Berater. Feuert sie alle und stellt nie wieder welche ein. Es gibt keine gute PR, Unternehmen können sich kein Image aufbauen, sie werden nicht mit Lebensgefühlen verbunden. Okay, es gibt eine Ausnahme: Apple. Aber das ist eine Sekte und kein Unternehmen und die Kunden sind Gläubige. Aber das kommt von unten, von den Nutzern selbst nicht durch die tolle PR-Arbeit von Apple.

Mit erstaunlicher Indolenz plaudert man bei Vodafone auch nach dem Debakel einfach weiter, schwadronierte vom Dialog mit der „Generation Upload“, während draußen im Netz überdeutlich wurde, dass man von solchen Leuten absolut nicht als Partner gesehen werden möchte. Sogar Begünstigte der Werbekampagne meldeten sich deutlich ablehnend zu Wort. Man kann dem Debakel einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen; ähnlich einer an Kokain berauschten Partygesellschaft von Millionären, die auf der Suche nach billigen Mädchen durch ein tiefrotes Arbeiterviertel ziehen, wusste Vodafone durchaus Anlass für einen verbalen, blutigen Horrorschocker zu liefern. Ein Spektakel auf allen Kanälen, das zukünftigen Werbern als 200 Millionen teures Beispiel dienen wird, wie man sich im Internet umfassend, oder wie man in der Branche sagt, 360 Grad, den Ruf ruiniert.

Don Alphonso auf FAZ.Net

Steckt das Geld lieber in den Service, in Infrastruktur und versucht einfach nur ein gutes Produkt zu machen. Schreibt Pressemeldungen, in denen ihr neue Produkte ankündigt - und das wars.

Update:

Das bisher witzigste, was ich zum Thema gelesen habe: Tagebuch eines Vodafone-Vorstandes.

Update 2:

Gnade, Gnade! Bitte, bitte hört damit auf! Inzwischen hat der peinliche Onkel nicht mehr nur ein Bier in der Hand, sondern tanzt nackt auf den Tischen.

Update 3:

Nach dem PR-Desaster mit Vodafone hat Schnutinger das Bloggen eingestellt.

Was fällt euch zum Autovermieter Sixt ein? Meine bisherigen Assoziationen waren: Dümmliche, aggressive und peinliche Werbungen. Wie beispielsweise diese hier mit "Supermodel"-Kandidatin Gina Lisa Lohnfink und Jopie "Hitler war ein guter Kerl" Heesters:

Nunja, wie auch immer. Sixt schafft es so jedenalls Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen - doch das reicht der Marketing-Abteilung offensichtlich noch nicht, mal will auch bei Google ganz oben sein. Künfitig wird der Namen Sixt nämlich noch eine weitere Assoziation bei mir hevorrufen: SEO-Linkspammer. Denn wer sonst hätte ein Interesse daran, dieses Blog anzulegen?

Wall Street

Die NYSE in der New Yorker Wall Street. Foto: shadowmancer. Bestimmte Reche vorbehalten.

Der Dow Jones Industrial Average ist der älteste und wohl einflussreichste Börsenindex der Welt. Nach ihm richten sich die Börsen der Welt, schlechte oder gute Vorgaben aus den USA beziehen sich fast immer auf das Börsenbarometer des Dows. Zu recht?

Es gibt vieles was dagegen spricht. Seine Bedeutung besitzt der Dow auch heute vor allem aus historischen Gründen. 1986 begann Charles Dow, der Gründer des Wall Street Journal und des Unternehmens Dow Jones, die Schlusskursstände der Aktien von zwei Industrieunternehmen und neun Eisenbahngesellschaften der USA, die an der New York Stock Exchange gehandelt wurde, zu notieren und dividierte sie durch elf.

Bis heute hat sich an Zusammenstellung und Berechnung des Dow-Jones-Index nichts wesentliches getan. Noch immer scheidet der Chefredakteur des Wall Street Journals gemeinsam mit einem kleinen Komittee über die Zusammensetzung des Index. Noch immer geschicht dies ohne nachvollziehbare Regeln, unangekündigt und instransparent.

Anders als beispielsweise der deutsche Leitindex DAX, ist der Dow auch nach wie vor kein Performance-, sondern ein reiner Kursindex. Das bedeutet: Dividendenerlöse und sonstige Erträge aus Aktien wie Bezugsrechtserlöse werden nicht miteinberechnet. Zahlt ein Unternehmen eine Dividende, sackt der Wert der Aktie naturgemäß um den pro Aktie bezahlten Betrag ab - schließlich ist das Geld ja nun nicht mehr im Unternehmen, sondern bei den Inhabern. Diesen nach Diviendenzahlungen zu beobachtenden Kurseinbruch nennt man Dividendenabschlag. Performanceindizes wie der DAX gehen bei der Berechnung des Index davon aus, dass alle Aktienerlöse automatisch wieder in Aktien des Unternehmens investiert werden. Dadurch ergibt sich ein realistischere Wertentwicklung von Aktien.

Zu guter letzter wird im noch immer jeder Wert im Dow gleich gewichtet. Egal, ob es sich dabei um ein Börsenschwergewicht wie IBM oder um Aktien, die von General Motors oder der Citibank handelt, die zeitweise zu Pennystocks wurden.

Das heißt, je Dollar Kursverlust verliert der Dow acht Punkte. Wenn die GM-Aktie also etwa um einen Dollar und damit 50 Prozent fallen würde, hätte das den gleichen Effekt wie der Kursverlust der derzeit mit rund 84 Dollar optisch teuersten Aktie, IBM, um einen Dollar oder 1,1 Prozent.

Quelle: Handelsblatt.com

Auch die USA haben übrigens einen modernen Index: Den von Standard & Poor's eingeführen S&P 500.

es nervt!

Egal, ob ich ein Paket versenden oder einfach nur Briefmarken kaufen will: Jedes Mal werde ich belabert, ich solle doch ein Postbank-Konto eröffnen.

Ich bin bei der Sparkasse Düsseldorf: Lausiger Service, furchtbare Online-Banking-Software, lächerlich niedrige Zinsen - und keinerlei Flexibilität. Außerdem gehören die Sparkassen nicht zur Cash Group und entsprechend hoch sind die Gebühren an fast allen Geldautomaten. Nicht mal Prämien gibt es, wenn ich andere werbe. Dennoch: Alleine aus Bequemlichkeit werde ich wohl mein Leben lang bei der Sparkasse bleiben.

Also liebe Post: Lasst es! Dieses Cross-Marketing finde ich furchtbar. Allein weil ihr mich jedes Mal nervt, sobald ich eine Post-Filiale besuche, würde ich niemals ein Postbank-Konto eröffnen. Wenn überhaupt würde ich privat zur Deutschen Bank gehen. Zumindest mit dem Service bei unserem Geschäftskonto bin ich da nämlich wirklich zufrieden.

Das Internet wirkt in vielerlei Hinsicht wie ein Offenbarungseid: So wie Journalisten nun erstmals genau sehen können, was die Leser eigentlich wirklich interessiert und zumindest ihr Online-Angebot konsequent darauf ausrichten, so wird das Internet auch für eine zweiten Wirtschaftszweig meines Erachtens langfristig zum Schock: Die Werbebranche.

Durch das Internet kann zum allersten Mal exakt gemessen werden, was der Industrie Werbung eigentlich tatsächlich an konkreten Einnahmen bringt: In vielen Fällen nämlich fast gar nichts.

Aus gut informierten Quellen weiß ich, dass die mit Abstand besten Banner-Platzierungen im StudiVZ die Banner direkt unter den privaten Nachrichten sind. Diese - wie gesagt mit Abstand besten Bannerplätze - erreichene eine Click-Through-Rate (CTR) von durschnittlich 1 zu 1.000, das heißt von 1.000 Nutzern klickt einer auf die Werbung - der Rest wird sie mutmaßlich ignorieren. Die wenigsten von denjenigen, die klicken, werden dann letztlich auch kaufen. Darüber kenne ich keine Zahlen - aber auch diese Anzahl kann exakt gemessen werden.

Wie hoch wäre wohl eine solche "Buy-through-Rate", würde man sie für einen Fernsehwerbesport berechnen? Während bei Online-Werbung der Nutzer nur ein paar Klicks weit weg vom direkten Bestellen eines Produkts ist, muss er sich bei klassischer Print-, Plakat- und TV-Werbung das Produkt aktiv merken, um dann sehr viel später eine Entscheidung zu treffen. Die vermutete Kauf-Realisierung dürfte weitaus niedriger liegen, ich vermute sogar bei den meisten Werbungen nahe Null.

Nun lamantiert die Werbebranche natürlich sehr viel über diese schonungslosen Erkenntnisse. Sie sprechen von anderen Funktionen der Werbung, wie der Marken- und Imagebildung, Reichweitungsausweitung der Markenwahrnehmung usw. Mag alles sein. Doch wie wichtig sind Marken überhaupt und wie wichtig ist Werbung, um eine Marke zu etablieren? Das meistverkaufte Bier Deutschlands stammt von Oettinger. Ein gutes Bier zu einem günstigen Preis. Investitionen in Werbung bisher: 0 Euro. Mundpropaganda war die beste Werbung.

Bei Lebensmitteln erhalten die Handelsmarken der Supermarktketten seit Jahren immer größere Dominanz, seit klar ist, dass sie in Sachen Qualität den klassischer Markenprodukten häufig in nichts nachstehen. Ein sehr populäres Bier wirbt auf den Dosen und Flaschen gerade damit, dass es sich um keine Marke handelt und dass es nicht beworben wird. "No Logo" ist in.

Ein der weltweit bekanntesten und wertvollsten Marken ist Google. Google gibt bis heute so gut wienichts für Werbung aus, höchstens für das eine oder andere Sponsoring. Auch Google ist fast ausschließlich durch Mundpropaganda bekannt geworden.

Noch erreichen Online-Werbeflächen im Umfeld von Premium-Conent wie Spiegel Online Tausender-Kontakt-Preise von 35 Euro und mehr - das heißt 35 Euro pro 1.000 Anzeigen der Werbung. Noch hat sich die Bezahlung per Klick abseits von privaten Websites und allgemein im Umfeld von User Generated Content nicht durchgesetzt.

Doch haben größere Teil unserer Wirtschaft erstmal begriffen, wie genau sich der direkte Erfolg von Werbung im Online-Bereich messen lässt, wird die Werbebranche meiner Einschätzung nach von einer tiefen Krise erfasst und stark schrumpfen.

Andersrum nämlich können gerade Online-Portale den Erfolg klassischer Print- und Fernseh-Werbung relativ gut messen: Der Zweck der Werbung besteht darin, mehr Nutzer auf die Seite zu locken, die sich anmelden. Steigt die Anzahl der Nutzer, die sich anmelden, nach dem Schalten einer entsprechenden Kampagne nicht signifikant, kann von einer Werbe-Fehlinvestition ausgegangen werden - eine Erfahrung, die viele Web-Startups machen. Das massiv im Fernsehen beworbene soziale Netzwerk Lokalisten beispielsweise konnte die Zahl der Nutzer kaum steigern, während die Nutzerzahlen von wer-kennt-wen.de durch die Decke gingen - völlig ohne Werbung.

Werbung 2.0?

Werbung wird es aber natürlich weiterhin geben. Im Bereich der Print-, Plakat- und Ferseh-Werbung gibt es eine Art selbstregulierenden Mechanismus: Je weniger beispielsweise unsere Straßen mit Werbung zugepflastert sind, desto eher fällt das ins Auge, was noch da ist. Im Bereich der Online-Werbung arbeitet in Deutschland zurzeit der Arbeitkreis Social Media an einer Währung jenseits des Klicks.

Ein neuerer Ansatz, den das Internet der Werbung eröffnet, sind Marketing-Maßnahmen mit Rückkanal. So betreibt beispielsweise der Lebensmittelhersteller Frosta ein eigenes Blog, auf dem das Unternehmen direktes Feedback der Kunden auf Produkte und Werbemaßnahmen in Form von Kommentaren bekommt. Die Nutzer werden weiterhin beispielsweise aufgefordert, über Produktnamen abszustimmen.

Im Mittelpunkt steht hier also nicht mehr so stark die werbliche Funktion, sondern eine Kombination aus Werbung und Marktforschung. Sollte das Unternehmen die Anregungen der Kunden ernst nehmen, wird diese Form der Werbung auch für die Konsumenten interessant.

Als vorgezogenes Weihnachts- und Geburtstagsgeschenk habe ich mir vor kurzem den Asus Eee PC 1000H schenken lassen, der mir insbesondere durch die für ein Netbook sehr überzeugenden Leistungsdaten (u.a. 160 GB Festplatte, Intel-Atom-Prozessor, 1 GB RAM, sehr gutes und helles Display) sowie die wirklich überzeugende Tastatur und die sehr lange Akkulaufzeit (versprochen werden 7 Stunden, das konnte ich aber nicht ausprobieren) aufgefallen ist. Sogar eine 1,3-Megapixel-Webcam ist eingebaut und neben WLAN verfügt der Eee PC 1000H auch über eine Bluetooth-Schnittstelle.

Es ist zwar nicht ganz so leicht wie viele andere Netbooks - aber dafür ist die Tastatur auch entsprechend größer und es lässt sich sehr gut mit ihr arbeiten, was mir am wichtigsten war. Ich kann das Gerät nur empfehlen.

Der günstigste Online-Händler, den ich fand, bot den Eee PC 1000H für 360 Euro plus Versandkosten an. Nun bin ich via eee-pc.de auf ein echtes Schnäppchen gestoßen: Amazon.de bietet die weiße Version des Geräts derzeit für den wirklich unschlagbaren Preis von 329 Euro inklusive Versandkosten an. Die schwarze Version mit denselben Leistungsdaten kostet dort nach wie vor 379 Euro.

Für alle Eee PCs gibt es übrigens auch eine speziell angepasste Ubuntu-Version, die ich allerdings noch nicht ausprobiert habe. Noch werkelt das mitgeliferte Windows XP Home auf dem Subnotebook, auf dem u.a. StarOffice vorinstalliert war.

Update: Ist Amazon da ein Fehler unterlaufen? Jetzt kostet die weiße Eee-PC-Version auf einmal 349 Euro.

Update 2: Es wird immer besser. Jetzt kosten beide Versionen auf einmal 399 Euro.

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