blogage.de > Doener > Blog ohne Namen
  Anmelden | Login

Apples iPad sorgt auch unter Bloggern für Wirbel: Die Gemeinde der Techniknerds nimmt das jüngste Kultobjekt nicht nur mit Jubel auf. Während die einen von ihren magischen Momenten mit den iPads schwärmen, fürchten andere um die Freiheit des Webs.

Weiterlesen bei Handelsblatt.com

Dieter Bohlen äußert sich jetzt nicht gerade kompetent zum Thema - aber doch überraschend einsichtig.

Die vergangenen Woche ist wieder einiges passiert: Google macht sich und anderen die komperativen Kostenvorteile des Open-Source-Modells zu nutze, Bundespräsident Köhler kritisiert die Schattenseiten der Globalisierung, die schönsten Verschwörungstheorien zu den kalifornischen Waldbränden - und mehr.

Googles offene Handy-Plattform

Über den effizienzfördenden Nutzen des Open-Source-Modells für die Wirtschaft bin ich bereits im meinem alten Blog ausführlich eingegangen. Damals schrieb ich:


Bei nichtmatriellen Gütern wie Wissen und Software, setzt sich vermehrt ein Mischsystem aus Kooperation und Konkurrenz durch. Große Teile der Wirtschaft setzten inzwischen auf Open-Source-Software wie Linux, Apache und MySQL.

Der Vorteil: Niemand muss das Rad neu erfinden, doppelte und an sich unnütze Mehrarbeit bleibt erspart. Konkurriert wird um Support, nicht mehr um das Anbieten der Software-Lizenz. Die kooperativ ausgerichtete GNU General Public License schreibt jedem Nutzer jediglich vor, Änderungen am Quellcode ebenfalls wiederum der Allgemeinheit zugänglich zu machen. [...] Das kooperative Modell ist im Bereich nichtmatrieller Güter effizienter als das des konkurrienden Markts.

Genau dieses Prinzip macht sich nun Google mit der neuen Linux-basierten Handyplattform Android zu nutze - und davon profitieren alle außer die Anbieter proprietärer Systeme wie Apple und Microsoft. Insbesondere angesichts der Tatsache, dass der PC einen langsamen Tod stirbt dürften ihre Gewinnmargen in Zukunft sinken: Die Zukunft der Kommunikation liegt in mobilen Geräten - und die dürfte nicht zuletzt dank Google weitgehend offen sein.

Auch für Laptops und andere mobile Geräte gilt: Je preiswerter die Hardware wird, desto schwieriger wird es für Microsoft die hohen Lizenzgebühren des Windows-Betriebssystems zu rechtfertigen. Die neuen Subnotebooks von Asus für 300 Euro werden beispielsweise standardmäßig mit einer angepassten Variante von Xandros Linux ausgeliefert. Microsoft hat die Gefahr bereits erkannt und betreibt offenbar heftige "Lobbyarbeit".

Der rote Köhler

Bundespräsident Köhler warnt in einer Grundsatzrede vor Finanzmärkten, die außer Kontrolle geraten. "Die internationalen Finanzmärkte habe sich in einem Maße verselbstständigt, die Sorge machen muss", erklärte er. Als Antwort auf oft wechselnde Berufe, gering steigende Löhne bei rasant wachsenden Unternehmensgewinnen verlangte er "Ertrags- und Unternehmensbeteiligung in Arbeitnehmerhand". Man ist versucht dem ehemaligen IWF-Chef mit Goethe zu antworten.

Wer ist schuld an Kaliforniens Waldbränden?

In Zeiten ideologischer Grabenkämpfe passieren Naturkatastrophen nicht mehr einfach so. Fragt man Al Gore und seine Anhänger, ist der Klimawandel schuld und Fox News will Terroristen ausgemacht haben, welche die Feuer legten. Die schönste Verschwörungstehorie hat aber die Welt: Die Amerikaner haben ihre Wälder selbst angezündet. Den Preis für die schönste Blamage geht in diesem Zusammenhang an Bushs FEMA. Die seit Katrina stark kritisierte Katastrophenschutzbehörde hat mal eben eine ganze Pressekonferenz gefaked.

Chinas Aufstieg

Weißt du wie Chinas Staatschef heißt? Und für die, die jetzt mit Ja antworten: Wusstet ihr das auch schon vor Merkels China-Reise? Es wird Zeit, sich solche Dinge zu merken: Chinas Aufstieg geht in rasantem Tempo weiter. Seit vergangener Woche stammen fünf der zehn größten Firmen der Welt aus China, zumindest wenn man die Marktkapitalisierung der Konzerne zum Maßstab nimmt. Auch das wertvollste Unternehmen der Welt hat seinen Sitz in China: Das Staatsunternehmen PetroChina ist gerade an die Börse gegangen. Einen ebenfalls fulminanten Börsenstart legte die Internetgesellschaft Alibaba.com vor:


Die Aktie von Alibaba.com beendete die Morgensitzung bei 35,75 Hongkong-Dollar - ein Plus von 165 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis von 13,50 Hongkong-Dollar. Mit seinem erfolgreichen Start hat die Gesellschaft den weltweit zweitgrößten Börsengang eines Internet-Unternehmens seit Google im Jahr 2004 besiegelt.

Und das größte Riesenrad der Welt, wollen die Chinesen auch noch bauen.

Dollar weiter auf dem Weg nach unten

Zur Dollarschwäche muss ich ja eigentlich nichts mehr schreiben. Natürlich ging es auch in den vergangenen Wochen wieder abwärts, der Euro hat ein neues Allzeithoch gegenüber dem US-Dollar erreicht und selbst Supermodel Gisele Bündchen verschmäht inzwischen die weiche Währung. Ein kandadischer Dollar ist zurzeit übrigens über 1,06 US-Dollar wert.

Neues vom Abmahnanwalt

Günter Freiherr von Gravenreuth zeigt sich uneinsichtig. Eine Ende des Abmahnwahns ist trotz der Verurteilung aber leider nicht in Sicht, fürchten Verbraucherschützer. Man lasse sich davon aber nicht die Laune beim Lesen des Urteils gegen Gravenreuth im Wortlaut verderben. Erquickende Lektüre! ;)

Das Energiekartell

Das Energiekartell in DeutschlandDas Energiekartell in Deutschland. Bildquelle: Wikipedia

Bei Strom und Gas gibt es keinen funktionierenden Wettbewerb in Deutschland. Das ist aufgrund der monopolartigen Strukturen eigentlich eine Binsenweisheit, inzwischen aber auch zum Bundeskartellamt vorgedrungen. Auch Frontal21 hat einen Beitrag dazu. Schon im März forderte ein Gutachten der Deutschen Bank die Zerschlagung der Stromkonzerne.

Fundstück

Zwischen Zukunft und Vergangenheit bewegt sich der sogenannte Steampunk, der von Jules Vernes und anderen frühen Science-Fiction-Autoren inspiriert, die Technik von heute und Morgen mit der Ästhetik des viktorianischen Zeitalters verbindet. Die Anhänger dieser fiktiven Epoche bauen sich allerlei Gerätschaften, die den alten Look mit moderner Technik verbinden. Besonders schön: Dieses Notebook und dieser PC. Das Wall Street Journal hat auch ein Video dazu:

Via FUCKUP Wiki: Die Zukunft von gestern

US-Gericht verdonnert zur Windows-Nutzung

Der Ex-Admin des BitTorrent-Portals Elitetorrents, Scott McCausland aka Sc0t, wurde nicht nur zu fünf Monaten Gefägnis verurteilt, sondern auch zum Benutzen von Microsoft Windows. Die Software, die seine Onlineaktivitäten künftig überwachen soll, läuft nämlich nur unter dem Microsoft-System, meldet gulli.com.

Araber lieben israelische Internet-Pornos

Das Sommerloch muss gefüllt werden. Reuters versorgte heute die Nachrichtenportale mit einem Video zu einer Veranstaltung Namens "Boobs on Bikes", der Spiegel knallt uns den Stehsatz "Europas coole Städte" um die Ohren und berichtet online über abgehalfterte Promis und lange Telefonrechnungen. Die Deutsche Presseagentur weiß: Araber lieben israelische Internet-Pornos.

Leser meines Blogs wissen schon lange: Je tabuisierter das Thema Sex ist, desto häufiger wird nach Pornographie im Netz gesucht, wie schon Google Trends verrät.

Mit Google auf Verbrecherjagd

Ein hoher Google-Pagerank ist nicht immer von Vorteil: Steht man mit den falschen Begriffen wie "Gentrification" oder "Prekarisierung" bei Google ganz oben, kann man schnell auf der Liste der Terrorverdächtigen geraten - und das rechtfertigt dann auch schon mal eine einjährige Komplett-Überwachung, meldete gestern die taz. Die Zeit hat außerdem eine schöne Verschwörungstheorie zu dem Berliner Soziologen, der auch wegen seiner intellektuellen Fähigkeiten in Terrorverdacht geriet.

Aber auch als Google-Benutzer sollte man bekanntlich darauf achten, nach was man sucht.

Nachtrag vom 26. August 2007:

Auch der Spiegel widmet sich in seiner aktueller Ausgabe (Nr. 35) den in arabischen Ländern rezipierten israelischen Pornos und weiß, dass dort "Pornos mit typisch israelischen Themen, in denen weibliche Akteure als Soldatinnen, Mossad-Agentinnen oder Polizistinnen auftreten" besonders beliebt sind. Einige der Betreiber hätten ihr Angebot bereits auch auf arabischer Sprache verfügbar gemacht und erhielten dafür sogleich zahlreiche Dankes-E-Mails, in denen häufiger die Frage auftauche, ob die abgebildeten Frauen auch tatsächlich Soldatinnen der IDF seien. Einen israelischen Porno-Betreiber zitiert der Spiegel mit den Worten: "Wenigstens ziehen wir dem Feind auf diese Weise etwas Geld aus der Tasche".

Seiten:1